Der Schrecksenmeister von Walter Moers
Der Schrecksenmeister.
Ein kulinarisches Märchen aus Zamonien von Gofid Letterkerl. Neu erzählt von Hildegunst von Mythenmetz.
Kurzbeschreibung
Jeder Buchling kennt Hildegunst von Mythenmetz' fabelhaften Roman über Echo, das Krätzchen - eine zamonische Kratze unterscheidet sich übrigens von unserer Katze lediglich dadurch, daß sie sprechen kann: In Sledwaya, der traurigsten Stadt Zamoniens, ist Echo dermaßen in Schwierigkeiten geraten, daß er gezwungen ist, mit dem Schrecksenmeister Succubius Eißpin einen verhängnisvollen Vertrag zu schließen. Dieser gibt dem Schrecksenmeister Sledwayas das Recht, die Kratze beim nächsten Vollmond zu töten und ihr das Fett auszukochen. Als Gegenleistung muß Eißpin Echo dreißig Tage lang auf höchstem kulinarischen Niveau durchfüttern. Doch der Schrecksenmeister hat nicht mit dem Überlebenswillen und dem Erfindungsreichtum des Krätzchens gerechnet - vor allem nicht mit seinen neuen Freunden, der letzten Schreckse von Sledwaya, dem Einäugigen Schuhu und einem Gekochten Gespenst.
"Der Schrecksenmeister" ist das fünfte der von Walter Moers geschriebenen Zamonien-Romane und bildet meinen persönlichen Einstieg in diese abstrakte, überraschende und wunderbare Welt.
Schon die ersten Zeilen zeigen, dass es sich beim "Schrecksenmeister" um ein eine Art literarisches Überraschungsei handelt: Als Leser weiß man nie, womit der Autor einen in der nächsten Zeile verblüffen wird. Der Leser wird mit Sledwaya bekannt gemacht, der ungesundesten Stadt in ganz Zamonien:
Stellt euch den krankesten Ort von ganz Zamonien vor! Eine kleine Stadt mit krummen Straßen und schiefen Häusern, über der ein schauriges schwarzes Schloss auf einem dunklen Felsen thronte. In der es die seltensten Bakterien und kuriosesten Krankheiten gab: Hirnhusten und Lebermigräne, Magenmumps und Darmschnupfen, Ohrenbrausen und Nierenverzagen.
Wir lernen Echo kennen, ein halb verhungertes Hauskrätzchen, das von den Bewohnern der Stadt keinerlei Unterstützung erhält. Den Hungertod vor Augen geht er auf einen Pakt mit dem gefürchteten Schrecksenmeister der Stadt Sledwaya ein; Dieser darf ihn töten, dafür würde er ihn einen Monat lang bis zum nächsten Vollmond fürstlich bewirten. Eißpin begehrt das wertvolle Kratzenfett von Echo, das seine Wirkung nur entfalten kann, wenn das betroffenen Krätzchen sein Fett frewillig gegeben hat.
In Eißpins Schloss erwarten Echo allerlei kulinarische Genüsse und metamorphose Mahlzeiten und, natürlich, neue Freunde und Verbündete. Ob Echo tatsächlich im alchemistischen Kochtopf endet?
Walter Moers Zamonische Mythen versetzen den Leser in eine magische, neue und überraschende Welt voller lebendiger Charaktere vor einem fantastischen Hintergrund. Sprachliche Anekdoten, Wortdreher und die reichlich farbenprächtige Fanastie des Autors dominieren den Verlauf. Das Buch muss man zwei, drei Mal lesen, um die Vielfältigkeit der sprachlichen Kunst auskosten zu können, bei jedem neuen Lesen entdeckte ich etwas Neues, das mir vorher noch nicht aufgefallen ist. Ein kleines Meisterwerk sicherlich.
Es gibt einen (rein subjektiven) Kritikpunkt: Der Geschichtenverlauf ist linear, was die Stimmung und den Lesespaß jedoch nicht dämpft. Moers überrascht durch skurrile Charaktere und oftmals erreicht er das vorhersehbare Ziel durch unvorhergesehene, groteske und spaßige Umwege.
