Noctifers Blog Bastard Operator from Hell

20Sep/1015

Connichi 2010

Photos by Arenja & Halphas

Eine Woche lang habe ich die Erlebnisse, die Bilder und Eindrücke der Connichi sacken lassen, nur um zu dem Schluss zu kommen, dass man ein derartige Spektakel nicht mit einfachen Worten beschreiben kann.
Welche Worte nutzt man, um die farbenprächtigen Kostüme, die kunstvoll genähten Kleider und die bunten Requisiten zu beschreiben? Schwarz auf Weiß. Reicht das?
Wie beschreibt man mit stummen Worten die Geräuschkulisse einer Con? Es ist laut, ja, manchmal verdammt laut. Es wird gelacht, gekreischt und vor allem geredet. Viele Con-Teilnehmer sehen sich nur ein- oder zwei Mal im Jahr. Das sieht man, das hört man.
Ich weiß nicht wo ich beginnen soll, wo das Ende ist und was genau ich schreiben kann, um einen kleinen Eindruck zu vermitteln, wie sich drei Tage in einer Welt außerhalb jeglicher gewohnter Normalität anfühlen. Ich versuche es einfach.


Photo 2 by Yoite
Photos 1 & 3 by Arenja & Halphas

Wie jedes Jahr lud das Connichi-Team in der Stadthalle Kassel zum alljährlichen Spektakulum - ja, das ist es wirklich.

Es war nicht meine erste Convention, auch nicht meine erste Connichi. Dieses Jahr habe ich bereits die LBM hinter mir, die Animuc und vor mir steht (eventuell) noch die FBM. Die AnimagiC musste ich dieses Jahr leider aussetzen. Bedauerlich, denn ich liebe Conventions. Ich bin selbst kein Cosplayer, kein eingeschworener Anime- und Manga-Fan, aber ich liebe es die Kostüme zu bewundern und habe einige gute Freunde, die ich sonst nur selten zu Gesicht bekomme, dort aber jedes Jahr treffen kann. Es ist erstaunlich, wie offen man sich dort gibt; Die Kostüme bieten immer die Basis für Unterhaltungen, aus denen oftmals Freundschaften entstehen.

Grüppchenweise finden sich Cosplayer des gleichen Fandoms zusammen, veranstalten Fan-Treffen, oder Fotoshootings.
Im Endeffekt reicht der Platz nicht, um zu schreiben, was auf einer Convention alles passiert und passieren kann, man muss es erleben, um einen kleinen Einblick gewinnen zu können.

Photo by Alucard

Die Connichi ist eine der größten, wenn nicht gar die größte Convention im deutschsprachigen Raum.
Neben den zahlreichen Cosplayern, locken auch einige Ehrengäste, Workshops, Vorträge & Diskussionsrunden, Veranstaltungen in der Veranstaltung, Wettbewerbe, Rollenspiele, Vorführungen und jedes Jahr ein Konzert am Samstag Abend. Dieses Jahr war OLIVIA am Start, die Samstag Abend dem Festsaal eingeheizt hat.

Programmpunkte hatte ich nur zwei auf meiner Liste. In kindlicher Sentimentalität versinkend, habe ich mir zusammen mit zwei Freundinnen die erste Folge und noch eine zweite von Saiber Raider angesehen. Erinnert sich noch jemand an Bim-Bam-Bino, damals noch auf Tele 5?

Während der Vorführung fiel mir zum ersten Mal auf, dass sich die Kampfszenen gleichen - dass es eigentlich immer die identischen Kampfszenen waren, die eingespielt wurden. Scheinbar über mehrere Folgen hinweg. Hat mich damals nicht gestört und während der Connichi hat mich diese Erkenntnis auch nur amüsiert.

Der zweite Programmpunkt war der Auftritt von Tsuki no Senshi am Sonntag und damit auch eine Premiere für mich, denn ich hatte mir bis Dato noch keine Showgruppe angesehen. Hätte ich vermutlich auch nicht, muss ich gestehen, wenn nicht der Umstand "OMGOMGOMG, DA KENNE ICH JEMANDEN!!!!1 MUSS-SEHEN!!111" gegriffen hätte.

Teil 2 - Teil 3 - Teil 4 - Teil 5 - Teil 6

In diesem Sinne: Danke für die Inspiration, mir dieses Stück anzusehen. Danke auch an meine Begleiter, für die Kommentare, die Informationen und die Gesellschaft.
Zum Stück selbst lässt sich sagen, dass ich - als Final-Fantasy-VII-Fan - gespannt war, wie TNS die Story von Crisis Core umgesetzt hat und nicht enttäuscht wurde. Eine sehr schöne Choreographie, eine wunderbare Leistung in Bezug auf Darstellung und Dialoge der TNS-Mitglieder, nur die Musik war stellenweise ein bisschen laut (zumindest in der vordersten Reihe).
Alles in Allem kann ich nur eine Empfehlung aussprechen, dass man - wenn sich die Möglichkeit bietet einen Auftritt zu sehen - sich die Zeit nimmt.

Photo by Saffron

Was kann man über eine derartige Veranstaltung sagen? Nichts. Man muss sie erleben. Mein besonderer Dank und die besondere Erwähnung an dieser Stelle gilt der Connichi-Orga, ihrem Team, den Männern und Frauen hinter den Kulissen, die mit dieser Convention ein wunderbares Event auf die Beine gestellt haben. Wenn ich auch recht planlos auf dem Congelände herum gestreunt bin, so war der Infostand grundsätzlich mein Ankerpunkt, an dem ich mich immer voll informiert gefühlt habe. Danke an meine Begleiterinnen, meine Begleiter, meine Jungs & Mädels, auch für die Fotos, insbesondere aber für ein wunderbares, aufregendes, amüsantes und erlebnisreiches Wochenende.

Photo by Saffron

Vielen Dank für die Fotos an YoiteArenja & Halphas, Saffron und Alucard.

Wer sich auf einem Foto findet & es aus dem Blog entfernt haben möchte, den bitte ich mich direkt anzuschreiben.

Filed under: Bericht, Event 15 Comments
3Apr/107

LBM 2010, die Zweite.

Einen Bericht über Lesungen und vorgestellte Bücher findet ihr hier mit einem Beitrag von Eosphoros. Für die wunderbaren Bilder habe ich white-shark zu danken.

Nachdem ich seit Tagen vor einem leeren Formular sitze und mir überlege wie oder was ich am Besten schreibe, habe ich mich dazu entschlossen einen lediglich kurzen Eintrag zu verfassen.

Als Nicht-Cosplayer bin ich meist derjenige, der am Rand steht und die Rucksäcke und Taschen nachgeworfen bekommt, sobald ein interessierter Fotograf sich nähert die Pflichten eines Convention-Zivilisten wahr nimmt.

LBM

Weniger gefreut haben mich, muss ich gestehen, über diverse größere, um nicht zu sagen ausladendere Costüme, die bei der vollen Veranstaltung und dem Gedränge ein wenig unpraktisch auf arglose Messebesucher gewirkt haben. Bei der Connichi oder AnimagiC bewundere ich solche Kostüme, in den Hallen der LBM kann es jedoch zu einem dezent bissigen Kommentar meinerseits kommen, wenn ich zum x-ten Mal die Spitze eines Flügels im Auge habe. Ich möchte noch einmal betonen, auch für den Cosplayer, der mir 'Engstirnigkeit' und 'Spießigkeit' in weitestgehendem Sinne an den Kopf geworfen hat: Ich mag Cosplays. Wirklich. Ich finde Cosplays toll. Ich weiß auch handgearbeitete Flügel zu schätzen. Nur kann ich diese Flügel nicht bewundern, wenn deren Spitze gerade dabei ist mir ein Auge auszustechen.

Weitere verbale Entgleisungen, wie die einer junge Dame, die, weiß Cthulhu Gott warum, schrill kreischend die Treppe hoch und runter rannte, lasse ich gemeinhin unerwähnt. Mit schrill spiele ich auf die Penetranz, sowie die Lautstärke an, wie sie sonst nur ein Düsenflugzeug beim Start an den Tag legt. Ebenso möchte ich mich nicht erinnern nicht weiter auf visuelle Patzer, wie ein irritierender und nicht allzu magischer Ausblick auf Sailor Moons Unterwäsche, eingehen.

An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank an white-shark für die wunderbaren Fotos.

Bei der Unterhaltung mit einigen Cosplayern, mit denen ich befreundet bin und die ich an dieser Stelle herzlich grüßen möchte, waren die Meinungen zu Qualität und Vielfältigkeit eher durchwachsen. Mir ist ebenfalls aufgefallen, dass die Anzahl der Cosplayer von Jahr zu Jahr wächst. Das ist, denke ich, im Grunde genommen eine gute Entwicklung, denn die Cosplayer machen für mich ebenfalls einen Teil des Charmes der LBM aus. Einige meiner Freunde sind jedoch der Meinung, dass die Qualität zum Teil in die unteren Sphären abgesackt ist. In Überzahl waren, wie schon bei den letztjährigen Veranstaltungen, Naruto-Cosplayer.

Die großen, exotischen Cosplays, bei denen man nur staunen kann wie der Cosplayer das wohl hinbekommen hat, sind natürlich mehr auf reinen Cosplay-Veranstaltung oder Manga-Anime-Convention zu bewundern. Oder bei der Frankfurter Buchmesse, bei der dieses Jahr das Finale der Deutschen-Cosplay-Meisterschaft stattfinden wird.

Ansonsten verweise ich darauf, dass Pensionen und Hotels zu Messezeiten unverschämte Preise verlangen Leipzig nicht nur zur Messezeit einen Besuch wert ist. Der Coffee Culture Charme dieser Stadt ist wirklich wunderbar.

Entspannende Feiertage wünsche ich, auf dass euch der Hase nicht beißt.

Filed under: Bericht, Event 7 Comments