Millennium-Trilogie von Stieg Larsson
Mit der Millennium-Trilogie wurde Stieg Larsson postum zum Thriller-Star, doch schon lange bevor Regiesseur David Fincher ("Sieben", "Fight Club", "The Social Network") sich dem Stoff angenommen hat. Seit 12. Januar läuft "Verblendung" mit Daniel Craig ("Casino Royale", "Ein Quantum Trost") und Rooney Mara ("The Social Network") in den Hauptrollen in den deutschen Kinos, die schwedische Version mit Michael Nyqvist als Mikael Blomkvist und Noomi Rapace als Listbeth Salander ist bereits auf DVD erhältlich. Welche Version empfehlenswerter ist kann, darüber kann ich nicht urteilen; Ich habe beide noch nicht gesehen.
Selbstverständlich sind die Bücher auch als Hörbuch erhältlich, zum Einen von Random-House, zum anderen hat sich auch das WDR dem Stoff angenommen, doch wie bei den Filmen kann ich hier ebenfalls nicht mitreden.
Stieg Larsson, schwedischer Journalist und Schriftsteller verstarb 2004 in Folge eines Herzinfarktes - ein Jahr vor Veröffentlichung von "Verblendung" (Original: "Män som hatar kvinnor"). Als Herausgeber der "Expo" wusste er um die Anforderungen und Probleme eines Journalisten und es ist ein wenig makaber, dass er einen Nebencharakter, einen Chefredakteur, relativ jung an einem Herzinfarkt sterben ließ. Die Thematik des Journalismus bzw. des investigativen Journalismus zieht sich durch das Buch und wird eingehend behandelt; Die Probleme, die Anforderungen, die ethischen Werte und moralischen Verpflichtungen eines Journalisten sind zentrale Themen.
Zu den Büchern an sich: Ursprünglich hatte Larsson eine zehnteilige Buchreihe geplant - was man als Leser vor allem beim Abschluss der Bücher merkt. Viele lose Fäden hängen offen in der Luft, die Schicksale einiger Nebencharaktere, die aber jeweils ihre zentrale Rolle gespielt hatten, bleiben im Dunkeln und man bleibt ein wenig wehmütig zurück in dem Wissen, dass die offenen Fragen nie geklärt werden. Ich habe die Bücher im Bewusstsein um den Tod des Autors gelesen, unter anderem, weil der Verlag das letzte Buch mit "Das furiose Finale" beworben hatte - was es nicht ist. Die Geschichte von Blomkvist und Salander wäre noch lange nicht erzählt gewesen, aber dennoch sind die Bücher absolut lesens- und empfehlenswert.
Der Autor bietet solide Spannung, einen handfesten Thriller um Geld, Gier, Macht, Intrigen und Sex - in jedem Buch für sich. Die Zusammenhänge kommen nur langsam an Tageslicht und ich, als Leser, war gefesselt von den feinen Fäden, mit denen Larsson die Figuren und Handlungen miteinander verbunden hatte. Die Charaktere glänzen durch menschliche Makel, durch Fehler und Fehlentscheidungen, durch Abgründe und Stärken. Salander ist keine Heldin, aber auch keine "Anti-Heldin", wie sie manche Medien zur Publikation des Filmes stilisieren; Sie ist sie selbst. Und auch Blomkvist ist weniger James Bond, als vielmehr leicht übergewichtig, Raucher, mit Liebe zu gutem Essen und auch mal ein, zwei, fünf oder sieben Stamperl (Ich weiß nicht wie Stamperl außerhalb von Bayern genannt werden. Peinlich.) Schnaps, im letzten Buch sogar mit dem Hang ein wenig zu müffeln, weil er nicht dazu kommt zu waschen, oder sich neue Kleidung zu kaufen. Sympathisch, vielleicht ein wenig begriffstutzig hinsichtlich der Emotionswelt des weiblichen Geschlechts, aber sicherlich kein Action-Held.
Abseits der losen Fäden habe ich noch einen Kritikpunkt, der meinen Lesefluss von Zeit zu Zeit ins Stocken gebracht hat: Vielleicht bin ich nur kleinlich, aber wenn ich eine Übersetzung lese, dann erwarte ich, dass sich nicht immer mal wieder englisch Redewendungen, Phrasen oder Ausdrücke ins Geschehen einschleichen. Ich weiß natürlich nicht, ob das im schwedischen Original vom Autor so beabsichtigt war, ob er die selben englischen Phrasen usw. verwendet hat, aber diese Stellen haben mich, persönlich & subjektiv, ein wenig gestört.
Alles in Allem: Leseempfehlung meinerseits, auch mit dem Wehmutstropfen, dass die Reihe wohl nie zu dem Ende kommt, das sich der Autor dafür gewünscht hatte.




January 15th, 2012 - 22:27
Im Großen und Ganzen kann ich dir nur zustimmen, was die Bücher angeht, auch wenn ich persönlich finde, dass sowohl Michael als auch Lisbeth manchmal schon wieder so realistisch sind, dass sie nicht mehr ganz glaubwürdig rüberkommen; ich glaube, irgendwo wird erwähnt, dass sie auf den Astrid-Lindgren-Figuren Pippi Langstrumpf und Kalle Blomkvist konzipiert worden sind, mit dem Hintergedanken “Was wäre aus denen geworden, hätte Astrid Lindgren sie erwachsen werden lassen?”. Naja, ist natürlich Interpretationssache.
Was die englischen Einsprengsel angeht, die gibt es im Original, wobei ich zugeben muss, dass ich wiederum die Übersetzung nicht gelesen habe und daher auch nicht sagen kann, ob es die gleichen sind, obwohl ich es annehme. Das liegt vor allem daran, dass im Schwedischen, ebenso wie allgemein in Skandinavien, gerne englische Ausdrücke und Redewendungen gebraucht werden, wenn einem die Worte in der eigenen Sprache fehlen oder man das Englische in dem Moment als passender empfindet. Im Original hält Stieg Larsson sich damit also nur an die gängige Sprachpraxis, was anscheinend in die Übersetzung übernommen wurde. Da in Skandinavien Englisch eine viel höhere Vorkommensquote im Alltagsleben hat, hauptsächlich deswegen, weil ausländische Filme/Serien nie synchronisiert, sondern nur mit Untertiteln versehen werden, hat es in der deutschen Übersetzung also zwar einen gewissen “Realismuswert”, aber ob man das mag oder nicht, bleibt natürlich jedem selbst überlassen
January 21st, 2012 - 21:23
Danke für die Info
Generell: Es ist sehr interessant, dass in Skandinavien Englisch derart verbreitet ist. Leider kam ich bisher noch nie dazu nach Schweden zu reisen. Sollte sich eigentlich ändern dieses Jahr (was ich letztes Jahr schon wollte. Und das davor. Und so weiter.)
Ich dachte mir schon, dass das auch im Original so war, aber wie du sagst: Es ist absolut subjektiv, ob es einem gefällt oder nicht.
ich würde ja allein, um mehr Bücher im Original lesen zu können, mehr Sprachen lernen wollen.
Im Übrigen beneide ich dich ein bisschen, dass du es im Original lesen konntest
Vor allem Lisbeth finde ich einen unglaublich gut gelungenen Charakter. Blomkvist verhält sich manchmal für mich nicht nachvollziehbar – kann aber dran liegen, dass ich weiblich bin und Männer generell manchmal nicht verstehe
January 16th, 2012 - 07:34
Ich habe die Bücher vor kurzem selber gelesen und mir (leider) auch die schwedischen Filme dazu angesehen. Ja, der Kinofilm ist nicht die erste Variante, die schwedischen Filme halten sich zwar sehr ans Buch, allerdings sind die Charaktere da absolut nicht getroffen (bis auf Lisbeth, die ich als Einzige da wirklich überzeugend fand). Ich werde mir in den nächsten Tagen auch die Kinoversion geben, nur um zu sehen, in wie weit Hollywood diesmal wieder umgeschrieben hat.
Ansonsten sind die Bücher aber auch mit den losen Enden mehr als nur zu empfehlen. Durchgängig wirklich realistisch wirkende Charaktere, Wendungen, mit denen man so nicht gerechnet hatte und eine wirklich spannende Geschichte obendrein. Ja, lesenswert!
January 21st, 2012 - 21:25
Von Lisbeth in der schwedischen Filmversion habe ich einige Bilder gesehen und finde sie einfach faszinierend.
Eventuell sehe ich mir die Filme mal an – sobald ich wieder einen Fernsehr habe. Was noch dauern kann :/
Bei der Hollywood-Version bin ich mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob ich sie sehen möchte :/
January 16th, 2012 - 17:38
Ich stimme dir darin zu, dass die Bücher spannend sind, gut recherchiert auch, aber leider auch ziemlich frauenfeindlich.
Was ziemlich schade ist, denn ansonsten ist die Triologie echt gut.
January 17th, 2012 - 12:11
Frauenfeindlich?
Stieg Larsson hat die Trilogie unter anderem so geschrieben wie er sie geschrieben hat, WEIL er auf Gewalt gegen Frauen und diese Ungerechtigkeit etc. aufmerksam machen wollte und es ihm wichtig war, zu zeigen wie schrecklich und verwerflich Gewalt gegen Frauen ist und welche schlimmen Folgen sie haben kann.
Also wenn diese Bücher eines sind, dann sicher NICHT frauenfeindlich sondern das genaue Gegenteil!!! Zumindest von der Intention her, denn es scheint ja offensichtlich nicht bei allen Lesern so anzukommen, sehr schade
January 17th, 2012 - 18:55
Von wegen! Ich habe nicht gesagt, dass Larsson in seinen Büchern Gewalt gegen Frauen progagiert, das ganz und gar nicht.
Ich spreche viel mehr von dem Frauenbild, was uns durch den Hauptcharakter Lomqvist vermittelt wird, welcher quasi zur Entspannung Frauen flachlegt. Vielleicht ist dir ja aufgefallen, dass fast alle weiblichen Charaktere im Laufe der Geschichte mit ihm ins Bett hüpfen. Und mehr macht er dann auch nicht mit ihnen. Was erfährt man dann schon über Erica (hieß die so?), außer dass sie gerne mal mit ihm in die Kiste hüpft und dann im zweiten Teil detailliert ihr Sexualleben?
(taz.de beschrieb es recht treffend: “Die Kollegin von Blomkvist (Erika Berger) lebt in einer als glücklich beschriebenen Ehe mit einem Künstler und treibt es mit Blomkvist, wann immer er oder sie Zeit haben und nicht zu müde sind von der Arbeit für das Gute. Der Berger-Ehemann-Charakter bleibt komplett blass. Ruft sie an und sagt, dass sie heute nicht kommt (weil sie bei Blomkvist kommt), findet er das super.”)
So ist es auch mit den anderen Frauen, mit denen er ins Bett geht: sie verschwinden danach brav wieder, man erfährt nichts über sie und ihren Charakter, sie dienen in der Geschichte als Objekt und werden auf darauf reduziert, dass die Blomqvist zur Entspannung (oder whatever er sich vom Sex mit ihnen erhofft) dienen. Oder hast du irgendwo was gelesen, dass darauf hindeutet, das er sich für mehr interessiert als für ihren Körper?
Für mich das Sexismus auf höchstem Niveau.
Der einzige weibliche Charakter in den Büchern, der nicht völlig eindimensional ist, ist Lisbeth Salander. Und selbst die verfällt ihm hinterher, was eigentlich so gar nicht zu ihrem restlichen Charakter passt.
Was bei mir die Vermutung weckt, dass Larsson mit Blomqvist quasi als den Charakter erschaffen hat, der er gerne sein wollte: der charmante Typ, dem alle Frauen verfallen und der gleichzeitig noch gebildet ist.
Meiner Meinung nach hatte der Autor ein ziemlich verschrobenes Frauenbild, und damit, dass er Lisbeth sich in Blomqvist verlieben lässt, zerstört er den einzig interessanten Charakter der Geschichte- schade eigentlich.
January 17th, 2012 - 18:57
ah scheiße, jetzt hab ich den Namen konsequent falsch geschrieben >__< ich meine natürlich "Blomkvist"
January 17th, 2012 - 19:11
Stimmt, wenn man es so sieht, ist das Buch natürlich höchst frauenfeindlich. Ich sehe das allerdings eher unter dem Phänomen “Mary Sue” – so wie sich der Autor gerne sehen würde.
Ich finde es nachvollziehbar, dass sich Lisbeth in Kalle verliebt. Er ist der einzige, der sie wirklich kennt, ihre Fähigkeiten, ihre Verschrobenheit und sie trotzdem wie einen Menschen behandelt.
January 21st, 2012 - 21:28
Ich wollte das nicht unbedingt breit treten, aber: Ja.
Im dritten Band musste ich immer ein bisschen Lachen, wenn Blomkvist wieder seinen unwiderstehlichen Charme (*hust*) spielen ließ und wieder eine Dame, ähm, beglückt hat.
Zum Teil waren die Situationen, wozu bzw. wie es dazu kam, einfach skurril und unglaubhaft und ich habe das ganze eher als kleine Selbstphantasterei des Autoren abgetan
January 23rd, 2012 - 09:45
Okay, wenn man es so sehen will… ich schätze, dann sind extrem viele Bücher von männlichen Autoren frauenfeindlich.
Mir ist das überhaupt nicht negativ aufgefallen. Es gibt solche Männer und mir war Mikael deswegen nicht unsympathisch, ich hab mich für ihn gefreut. Und es ist sicher ein Mary-Sue-Aspekt.
Was Erika angeht, ich mochte sie nicht, aber ich fand sie nicht eindimensional. Und ihr Mann? Der ist nicht wichtig, warum sollte dem mehr Raum gegeben werden? Hat mich nicht im geringsten gestört. Diese Idee von ihrer Ehe, in der sie “fremdgehen” darf, ist doch eine total interessante, kreative und herrlich unkonventionelle Idee, mir hat das gefallen. Und gerade dieser Aspekt ist doch überhaupt nicht frauenfeindlich, im Gegentei: Erika hat eine Möglichkeit gefunden ihr Leben so zu leben, wie sie es am liebsten mag, mit zwei Männern, ohne Abstriche. Ist doch toll. Warum soll das frauenfeindlich sein, wenn man einer weiblichen Figur in einem Buch so eine Möglichkeit gibt? Und noch ein Wort zu ihrem Mann: vielleicht LIEBT er sie einfach? Und will dass sie glücklich ist? Ist das wirklich so schwer vorstellbar? sehr traurig.
January 24th, 2012 - 14:45
@lex 217: Ja, sehr traurig, Was bin ich doch engstirnig! Hach!
Aber klar, deine Meinung ist die einzig richtige, und alle anderen Meinungen sind falsch! So ist das richtig!
January 16th, 2012 - 19:43
Die Bücher sind wirklich spannend bis zur letzten Seite. Besonders zwischen dem zweiten und dritten ist es nicht empfehlenswert, eine längere Pause einzulegen.
Ich habe erst die Filme geschaut, und dann die Bücher gelesen….man sollte es umgekehrt machen, sonst versteht man die Filme nicht.
January 21st, 2012 - 21:28
Sind die Bücher ohne den Film eher unzusammenhängend, wie es bei “Nochnoi Dozor” war?
January 31st, 2012 - 22:47
ich glaub du meinst das andersrum, dass bei “Nochnoi Dozor” die Filme ohne die Bücher unzusammenhängend sind, oder? ich hab nur den ersten film gesehen, hätte bei dem aber absolut nicht durchgeblickt wenn ich das zugehörige buch nicht gelesen hätte…
bei der millenium-triologie ist es meiner meinung nach so, dass man die filme auch ohne die bücher verstehen kann, aber es deutlich schwieriger und auch nicht ganz so – lustig? nee, falsches wort – unterhaltsam ist
(ich hatte zuerst alle drei bücher gelesen und dann die filme geschaut, aber ein paar freundinnen von mir haben die bücher überhaupt nicht gelesen und die filme trotzdem verstanden… auch wenn wir die DVD zwischendrinn mal stoppen mussten, damit sie sich in ruhe darüber streiten konnten, wer denn nun nach wessen meinung der mörder ist^^)
January 16th, 2012 - 21:38
Ich habe Bücher gelesen und Filme gesehen und kann nur betonen, dass es sich absolut gelohnt hat.
Am besten war meiner Meinung nach, dass die Charaktere im Film menschlich dargestellt sind und wenig mit den Hollywoodschönlingen gemein haben- Entsprechend groß war meine Enttäuschung, als Hollywood einen Film hinterhergeschickt hat.
Ich hoffe einfach aus Trotz und meiner Liebe zu diesen Büchern, dass der Hollywood-Film ein Flop wird und Stieg Larsson weiterhin mit der schwedischen Verfilmung in Zusammenhang gebracht wird, die das Thema (für einen Film) wirklich gut rüberbringt.
January 21st, 2012 - 21:29
Ich weiß ehrlich gesagt nicht was ich mir erhoffen soll; Leider habe ich mit Buchverfilmungen aus Hollywood nur selten gute Erfahrungen gemacht. (Mal abgesehen von “Der Pate”)
January 16th, 2012 - 22:13
Wie es der Zufall will, bin ich gerade dabei, die Bücher zu lesen, nachdem ich die schwedischen Filme geschaut habe. Und ich muss sagen, ich bin froh, dass ich es in dieser Reihenfolge angegangen bin.
Nichts gegen die Filme, ich finde sie sehr gut, spannend, sehr gut besetzt und recht nah an die Bücher gehalten. Doch es wurden einfach, wie bei jeder Romanverfilmung, viele wichtige Tatsachen weggelassen, verdreht und in einem anderen Licht beleuchtet.
Zu der Neuverfilmung kann ich nur sagen: Typsich Amis.
Anstatt sich einmal was Neues auszudenken, versuchen sie sich an Etwas, was sie meiner Meinung nach nicht überbieten können, und schon garnicht mit Daniel Craig. Ich gehe aus reinem Protest nicht in diesen Film und werde mir stattdessen lieber die DVDs der Erstverfilmung kaufen!
Stieg Larssons Tod ist sehr traurig und es ist natürlich sehr schade, dass er die Reihe niemals zu Ende wird führen können. Doch ich meine einmal gelesen zu haben, dass er einen vierten Band begonnen hat, den nun jemand für ihn beendet. Ob das ein Ghostwriter war, oder jemand aus seinem nahen Umfeld (evtl ein Sohn), weiß ich nicht mehr genau!
January 17th, 2012 - 09:35
Zu dem Ghostwriter habe ich mal gelesen, dass es seine langjährige Lebensgefährtin wäre. Und dass einige auch schon geunkt haben, Stieg hätte den Stil der Bücher niemals selbst getroffen und seine Freundin hätte das alles geschrieben. Was daran wahr ist, kann ich nicht beurteilen.
Ansonsten finde ich Bücher sowie Filme (die Langfassung) wirklich sehr gut. Ich werde zwar trotzdem in die US-Version gehen, aber innerlich bin ich schon fest überzeugt, dass sie die schwedische Version niemals überholen wird.
January 21st, 2012 - 21:30
Soviel ich weiß liegt das Ganze noch auf Eis, weil die Erben sich einen ausgewachsenen Rechtsstreit um Larssons literarisches Vermächnis liefern.
January 17th, 2012 - 19:03
Hallo!
), und das, obwohl ich kein ausgesprochener Krimi-Fan bin und mich die Beschreibung eines Journalisten, der irgendwas recherchiert sogar eher abgeschreckt hat. Zu diesem zeitpunkt gab es noch keine Filme, das Larsson-Fieber begann gerade erst – und ich wusste nicht, dass der Autor bereits verstorben war. ich wusste auch nichts von weiteren geplanten Büchern.
)).
Es ist eine Weile her, dass ich die Trilogie verschlungen habe (von “Lesen” kann man da nicht sprechen
Mit ging es nicht so, dass ich viele Enden als offen empfand – aber da hat halt jeder seine Meinung.
Band 1 kann man im Zweifel noch für sich stehen lassen; Band 2 und 3 sollte man unbedingt in einem Rutsch lesen, da sie nahtlos ineinander übergehen (und zwar an einer hochdramatischen Stelle – jeder FF-Autor wäre stolz auf einen solchen Cliffhanger!!
Natürlich könnte man die Story noch weiter spinnen – aber für mich waren die wirklich wichtigen Sachen geklärt!
Die schwedische Verfilmung gibt es in 2 Varianten: Kinofassung und längere TV-Fassung (lief letztes Jahr im ZDF; pro Film 15min. mehr). ich empfehle absolut die TV-Fassung, da sie mehr Hintergründe aus den Büchern und mehr Charakterentwicklung zulässt. Zu warnen ist, dass es wirklich brutale Szenen gibt – wie im Buch – die zwar nicht reißerisch, aber doch deutlich dargestellt werden.
Mir gefiel die schwedische Verfilmung sehr gut – besonders Lisbeth ist fast erschreckend gut gelungen (die Schauspielerin brauchte ihren Aussagen nach Monate, um sich von dieser Rolle zu lösen und zu erholen!). meiner Meinung nach war ein Hollywood-Remake absolut überflüssig. Ich will mir jedoch kein Urteil erlauben, da ich es (noch?) nicht gesehen habe.
Fazit: Erst lesen, dann anschauen – wenn man starke Nerven hat.
Ach – eins noch an Liily: Ich finde – wie Lex 217 – sowohl die Bücher als auch die Filme das genaue Gegenteil von frauenfeindlich, denn Gewalt gegen Frauen ist in allen 3 Büchern ein zentrales Thema (auf unterschiedlichsten Ebenen) und wird auf das Schärfste kritisiert und als das dargestellt, was es ist – absolut nicht zu dulden. Die Täter werden soweit möglich zur Rechenschaft gezogen (leider 1x auch in Form von Selbstjustiz…)
Viel Spaß und Spannung beim Lesen!!
LG
Ann
January 21st, 2012 - 21:33
Die schwedische Verfilmung werde ich mir sicherlich irgendwann ansehen, aber die Hollywood-Verfilmung… Da bin ich eher skeptisch. Hollywood-Buchverfilmungen gelingen nur sehr, sehr selten.
Lily meinte weniger Frauenfeindlichkeit im Bezug auf Gewalt, sondern eher darauf, dass Frauen (außer Lisbeth, aber die erliegt Blomkvist ja auch) zu Sexualobjekten degradiert werden. Was mir auch aufgefallen ist.
January 17th, 2012 - 19:05
Ein Nachtrag – ich wollte meinen Beitrag nicht anonym posten – sorry – bin zum 1.x hier im Blog!
Also: Anonymous vom 17.01.2012/ 19:03 ist Ann Morgan aus FF.de
LG
Ann
January 18th, 2012 - 14:00
Die Trilogie gehört zu den besten (Krimi)Büchern, die ich je gelesen habe, und ich habe viele gelesen.
Spannend, tiefgründig, gut recherchiert oder mit eigener Kenntnis der Szene geschrieben und nie enttäuschend hinsichtlich mieser Lösungen verworrener Handlungsstränge. Deutlich erkennbar bleibt, es hätte weitergehen sollen.
In den Fernsehverfilmungen sticht besonders die Figur der Lisbeth Zalander hervor, so sollte es auch sein, sie ist die wichtigste Person. Sie ist nie das anschmiegsame weibliche Persönchen; so zart und verletzt sie auch sein mag, ist sie eine starke streitbare ungebeugte Frau, auch vom Schönheitsideal weit entfernt vom gängigen Ideal.
Insofern schon mal nicht frauenfeindlich! Hier danke ich den Filmemachern, dass sich Lisbeth in der Verfilmung eben nicht die Brüste vergrößern lässt wie im zweiten Band des Buches!
Das ist auch der einzige Punkt, wo ich Stieg Larsson typisch männliche sexistische Gedanken unterstelle: eine echte Lisbeth Zalander hätte sich nie künstliche Brüste operieren lassen!
Die Person Erica ist für mich in den Büchern eine starke Frau (in den Filmen schaut sie mir zu ängstlich in die Kamera), eine Frau, die mit dem Wissen ihres Ehemannes einen Geliebten hat. Dies ist nicht verwerflich, es ist von beiden Seiten eine gleichberechtigte Sexbeziehung.
Auch die anderen (Sex)Beziehungen, die Blomkvist eingeht, sind nicht frauenfeindlich, wenn der Leser davon ausgeht, dass auch Frauen Spaß an reinem Sex haben. Wer hier moralisch entrüstet ist, sollte auch berücksichtigen, dass Schweden eigene Norme und Werte hat.
Wertschätzend der Frau gegenüber ist, dass Blomkvist seine hochschwangere Schwester bittet, Lisbeth vor Gericht zu verteidigen. Zu keinem Zeitpunkt wird ihre Kompetenz aufgrund der hormonellen Instabilität einer Schwangeren angezweifelt.
Gerade weil liebevolle, gleichberechtigte sexuelle Handlungen sich parallel durchgängig in den Büchern finden, wirken die brutalen, gewalttätigen sexuellen Akte umso perverser und eindringlicher.
Und wenn Lisbeth sich trotz allem, ohne es zu wollen, verliebt, zeigt es ihre Verletzlichkeit und ihren Kampfgeist umso mehr.
January 21st, 2012 - 21:36
Ich kenne die schwedischen Normen und Werte nicht, aber ich muss sagen – ich war auch ein wenig irritiert. Zusammengenommen hatte Blomkvist fast jede Frau, die länger mit ihm in einem Raum war, halbwegs tageslichttauglich und nicht seine Schwester gewesen ist.
Eventuell sollte ich mich doch ein wenig sorgen, wenn meine bessere Hälfte in Schweden unterwegs ist
Und ganz ehrlich: Dass Salander sich die Brüste vergrößern hat lassen, hat mich enttäuscht. Das ist ein Zug gewesen, der einfach nur dumm vom Autor war. Wieso sollte sich eine Frau, die nichts auf Äußerlichkeiten gibt, die Brüste vergrößern lassen?
January 20th, 2012 - 15:30
Ich habe die Bücher auch gelesen und fand bei jedem einzelnen, dass sich der Anfang furchtbar in die Länge zog. Dur manche Stellen musste man sich ehrlich durch quälen, mit den endlosen Beschreibungen von z.b Evert Gullberg im 3. Teil es passiert in diesen Stellen einfach nichts und dem Leser wird nur im Detail Everts ganze Kariere beschrieben. Solche Stellen gibt es leider öfter mal.
Wenn man allerdings wieder über diese Stellen hinweg ist, sind die Bücher wieder so spannend, dass man sie nicht mehr aus der Hand legen will (z.B die Gerichtsverhandlung im dritten Teil über Lisbeth).
Ich bin auch absolut begeistert von den Büchern, denn bei oben beschriebenen Stellen möchte man am liebsten das Buch in die Ecke schmeißen, vergisst das aber dann ganz schnell wieder, wenn Spannung in die Handlung kommt.
Ich habe die Bücher im Großen und Ganzen furchtbar gern gelesen!
January 21st, 2012 - 21:19
Der Anfang war tatsächlich immer etwas zäh, aber ich habe mich auch durch alte Klassiker und HdR gequält – gegen letzteres hat Larsson im Vergleich sogar richtig Gas gegeben.
Larsson hat einfach zu viel Zeit in eigentlich uninteressante Nebencharaktere investiert, aber das fällt mir öfter bei Autoren auf. Auch bei Marzi, den ich gerade lese, und den ich eigentlich für einen begnadeten Autoren halte.
January 25th, 2012 - 20:14
Ich habe hier was von 2009 zu dem Streit über die weiteren Bücher.
Stockholm – Der Streit um das Millionen-Erbe des verstorbenen Bestseller-Autors Stieg Larsson geht in eine neue Runde: In einem Interview mit der schwedischen Zeitung “Svenska Dagbladet” hat Larssons Vater dessen langjähriger Lebensgefährtin Eva Gabrielsson eine Abfindung von 20 Millionen Kronen, umgerechnet etwa 1,9 Millionen Euro, angeboten: “Alles, was sie tun muss, ist bei uns anrufen und ‘Ja, bitte’ sagen.”
Gabrielsson wirft dem Vater und dem Bruder Larssons vor, sich auf Kosten des Verstorbenen bereichern zu wollen. Sie kritisiert, dass die Familie, mit der Larsson ihr zufolge gar keinen Kontakt mehr hatte und die nicht einmal zu seiner Beerdigung gekommen sei, sämtliche Tantiemen aus der “Millennium”-Trilogie (“Verblendung”, “Verdammnis”, “Vergebung”) kassiert. Nach Schätzung von “Svenska Dagbladet” belaufen diese sich bislang auf 130 Millionen Kronen (rund 13 Millionen Euro) für gut 20 Millionen verkaufte Exemplare in 40 Ländern.
Stieg Larsson hat nicht einmal die Anfänge des weltweiten Erfolges seiner Krimi-Helden Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander erlebt: Er war 2004 kurz vor der Veröffentlichung des ersten Bandes mit 50 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Weil er und Gabrielsson zwar über 30 Jahre liiert waren, aber nie geheiratet hatten, war das Millionen-Erbe der Familie zugesprochen worden.
Das ist natürlich nur eine Seite. Die Familie sieht es ganz anders.
Für mich ist der erste Film wirklich phantastisch, auch weil ich ihn in schwedisch mit UT gesehen habe. Das war wirklich spannend. Der US-Film ist dagegen einfach nur ein Krimi, leider.
January 31st, 2012 - 08:01
Ich habe die ersten Januartage dieses Jahr, die schwedische Originalversion sehen können. und ich muss sagen.. ich bin begeistert. Dazu muss ich sagen, ich habe von den Büchern leider nur den ersten Teil gelesen, da mir dann das Geld für die beiden weiteren fehlte und schließlich stand der Wunsch hinten an ^^.
Was ich aber ganz sicher weiss ist, dass ich mir auf gar keinen Fall die US-Version anschauen werde. Ich will nicht um den Eindruck gebracht werden den die schwedische Version bei mir hinterlassen hat. Nachdenken, Hinschauen, nd mit den Charakteren mitfühlen.